1. LSBTI*-WISSENSCHAFTSKONGRESS

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Hans-H. Kotte

Dr. Gisela Wolf

Antwort: Für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Interpersonen stellt die Medikalisierung und Pathologisierung ihrer Identitäten und Lebensweisen ein von gesellschaftlichen Normierungsversuchen durchdrungenes Handlungsfeld dar, auf dem sie immer wieder zu denjenigen gemacht wurden, über deren Befinden, Wertung, Gesundheit und Zugänge zum Gesundheitssystem „Professionelle“ sich Urteilsmöglichkeiten zuschreiben. In der Diagnosenklassifikation ICD 10 finden sich im Kapitel F6 noch Diagnosen, durch die lesbische, schwule und bisexuelle Menschen im Coming-out-Prozess und Trans*Personen psychopathologisiert werden können. Zudem treffen lesbische, schwule, bisexuelle und trans* Patient_innen im Gesundheitssystem noch auf zahlreiche Diskriminierungen, weil bisher in den ärztlichen und psychotherapeutischen Ausbildungsgängen kaum Anstrengungen unternommen wurden, der jahrelangen Sozialisierung zu einem vorurteilsbehafteten Denken gegenüber gesellschaftlichen Minoritäten durch Bildung entgegenzutreten.