1. LSBTI*-WISSENSCHAFTSKONGRESS

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Hans-H. Kotte

Dr. Heinz-Jürgen Voss

Antwort: Die Inters*-Selbstorganisationen streiten mittlerweile seit Jahrzehnten gegen die geschlechtszuweisenden Eingriffe bei intergeschlechtlichen Minderjährigen – einige weitere Forderungen schließen sich an. Auch der Deutsche Ethikrat kam in seiner Stellungnahme zur klaren Feststellung „Etliche Betroffene sind aufgrund der früher erfolgten medizinischen Eingriffe so geschädigt, dass sie nicht in der Lage sind, einer normalen Erwerbstätigkeit nachzugehen, oder sie sind infolge der Eingriffe schwer behindert.“ (S.165) Entsprechend geht es darum, dass diese geschlechtszuweisenden Eingriffe bei intergeschlechtlichen Minderjährigen tatsächlich endlich verboten werden: Jetzt sofort, da die Eingriffe sich als sehr schädlich erwiesen haben. Darüber hinaus geht es um Fragen der Entschädigung sowie darum, dass Intergeschlechtlichkeit – genauso wenig wie Homosexualität – als Krankheit betrachtet werden soll. Nicht der intergeschlechtliche Mensch ist „krank“… sondern die ihn umgebende intolerante Gesellschaft muss behandelt werden.
Wie bisher auch – und wie auch beim Streiten gegen Rassismus und Antisemitismus – ist es notwendig, dass die Selbstorganisationen die Richtung der politischen Kämpfe angeben. Bezüglich der geschlechtszuweisenden Eingriffe bei intergeschlechtlichen Minderjährigen orientiere ich mich folglich an den Inters*-Selbstorganisationen und bin gespannt auf ihre Beiträge und die Gespräche bei der Konferenz. Die Inters*-Organisationen haben erreicht, dass eine breite Öffentlichkeit für die aktuelle Behandlungspraxis erreicht wurde und dass internationale Gremien auf die Situation von Inters* in der Bundesrepublik aufmerksam geworden sind!