1. LSBTI*-WISSENSCHAFTSKONGRESS

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Hans-H. Kotte

Dr. Susanne Offen

Antwort: Geschlecht und sexuelle Orientierung werden als Ressourcen in alltäglichen Aushandlungsprozessen um Ein- und Ausschlüsse wirksam. Politische Bildung im Kontext Schule braucht eine Sensibilität dafür auf mehreren Ebenen: um Identitäten ihrer Zielgruppen ernstzunehmen, um Anerkennungsverhältnisse zu problematisieren und um institutionell gebundene Exklusionspraxen kenntlich machen zu können.

Daraus erwachsen Anforderungen und Möglichkeiten, zum Beispiel:

- in Curricula und eingesetzten Materialien eine radikale Vielfalt an Lebensweisen und (auch ambivalenter) Subjektpositionen als Querschnittsperspektive abbilden

- am Schulprofil arbeiten, Repräsentationen im Kollegium erweitern, reflexive Professionalisierung

- Gelegenheiten für genderkreative Ausdrucksformen stiften, mit Biografien spielen

- (politische) Spielräume thematisieren

- Schule als Teil einer erweiterten Bildungslandschaft: Expertise verschiedener außerschulischer Akteur_innen selbstverständlicher erschließen – Begegnungen mit Genderkreativität und lsbtqi auch außerhalb einer expliziten Thematisierung

Besonders bedeutsam für eine politische (Jugend-) Bildung:

- das Ringen um Zugehörigkeiten als Mikropolitiken benennen

- Recht auf Uneindeutigkeit zum Gegenstand von Bildung werden lassen: wie geht Bekennbarkeit bei Abwesenheit von Bekenntniszwängen?